Bundesentwicklungsminister übernimmt Peters Terminologie

Es hat ein wenig gedauert, aber auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat erkannt, dass die Aufnahme der ersten 47 Kinder und Jugendlichen aus Griechenland in Deutschland sowie die geplante Aufnahme von insgesamt 1.600 Geflüchteten durch die 10 Länder der „Koalition der Willigen“ nicht die Lösung sein kann. Nach einem Besuch in Moria auf Lesbos spricht Müller davon, wie „20.000 Menschen zusammengepfercht in einem Lager leben“. Wer hinsieht, kann das seit Wochen erkennen.

Vielleicht ist es ein nächster Schritt in die richtige Richtung, dass sich Minister Müller nun an meiner Terminologie orientiert und in Zusammenhang mit den griechischen Flüchtlingslagern ebenfalls von einer „Schande mitten in Europa“ spricht.

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Die Schande Europas

Der Beitrag ist zwar schon vom 26. 01. 2020, leider aktueller denn je. 47 Kinder und Jugendliche wurden vor ca 2 Wochen aus den griechischen Lagern nach Luxemburg und Deutschland gebracht. Die EU feierte das als „solidarische Geste Europas“. Eine Farce und man kann es nur immer wieder betonen: eine Schande. Den Worten von Jean Ziegler ist nichts hinzuzufügen.

Video verfügbar bis 26. 01. 2021

Video: Jean Ziegler erhebt schwere Vorwürfe gegen die EU

Nicaragua und COVID-19

2018 kamen neben den vielen Geflüchteten aus den „üblichen“ Herkunftsländern Syren, Afghanistan, Iran, Irak und Eritrea auch die ersten Geflüchteten aus Nicaragua in der Erstaufnahme am Fiersbarg an und ich begann, mich wieder etwas intensiver mit der Situation in dem mittelamerikanischen Land zu befassen. Es ist erschreckend, wie viele Menschen in der Zwischenzeit ihr Heimatland Nicaragua verlassen mussten.
 
Zur aktuellen Situation in Nicaragua dazu heute ein Text von Charles Baldy, der viele Jahre in Nicaragua gelebt und gearbeitet hat. Danke Charles.

Von Charles Baldy

Im Rest der Welt —————————————————— Im Nicaragua von Ortega/Murillo


Nicaragua und COVID-19, wie es der seit Jahren im Exil lebende nicaraguanische Karikaturist PxMolina sieht. (CONFIDENCIAL)

Vor einigen Tagen wurde in Nicaragua und weltweit von den im ausländischen Exil lebenden “Pinoleros” (Nicaraguaner_innen) und der dazugehörenden “Solidaritätsgemeinde” der Ereignisse vom April 2018 und danach gedacht. Es war kein Anlass zum Feiern – man trauerte und versuchte gemeinsam der Hoffnung Ausdruck zu geben, dass es doch noch zu einer friedlichen Lösung, einem Sieg der “Opposition”, einem Sieg von Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit kommen möge. Wobei dieses Ziel sicher nicht mit Daniel Ortega, Rosario Murillo und ihrem korrupten repressiven Staatsapparat und dem dazugehörenden Parteiclan erreicht werden kann. ABER WIE ?

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Der Tod macht keinen Unterschied

Hier ein bewegendes Video aus der Sendung „ttt – titel, thesen, temperamente“ über die Arbeit der italienischen Forensik-Professorin Christina Cattaneo. Nehmt euch die 6 Minuten Zeit und schaut nicht weg, wenn Menschen im Mittelmeer oder anderswo auf ihrer Flucht sterben. Danke, Christina Cattaneo, für deine Arbeit.

Video verfügbar bis 19. 04. 2021

Video: Namen statt Nummern: Opfer des Mittelmeers

Flucht und Vertreibung – Meinungen und Hintergründe

Ich freue mich, heute einen Text mit einer umfassenden Linksammlung eines geschätzten ehemaligen Kollegen, des Autors und E-Learning-Experten Mathias Collin, veröffentlichen zu dürfen. Danke, Mathias, für deine wie immer akribische und professionelle Arbeit.

Von Mathias Collin

Flucht und Vertreibung – Meinungen und Hintergründe

Bild von kalhh auf Pixababy

Der erste Beitrag in „Peters Blog“ sprach das Thema „Flüchtlinge“ an. Fachliche Erfahrung und menschliche Betroffenheit waren der Anlass, die aktuellen Ereignisse – die Aufnahme von 50 unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen aus einem griechischen Flüchtlingslager – enttäuscht und wütend zu kommentieren.

Nun ist der ganze Themenbereich Flucht und Vertreibung / Asylpolitik / Integration hochkomplex. Wie kann man sich eine eigene Meinung bilden über die Hintergründe, wenn doch immer nur schlaglichtartig einzelne Ereignisse kurz im Medieninteresse stehen? Man braucht Zugang zu Informationen.

Dazu habe ich eine Linkliste zusammengestellt. Sie bietet einen ersten (!) Einstieg in die Recherche zum Thema „Flucht und Vertreibung“: Zahlen und Statistiken, Standpunkte beteiligter Organisationen, Themendossiers und Zugänge zum Thema über Literatur und Filme. Damit wir die Möglichkeit haben, uns gegenseitig nicht Meinungen um die Ohren zu hauen, sondern Argumente auszutauschen.

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Corona und die Hamburger Stadtteilzentren

Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie zurzeit auf private Kultureinrichtungen und Stadtteilinitiativen in Hamburg hat, beschreibt Petra Vierecke in ihrem Text. Danke, Petra.

Von Petra Vierecke

Soziale Einrichtungen und Unternehmen in Hamburg in der Corona-Zeit

Aufgrund eines TV-Beitrags im Hamburg Journal sowie eines Artikels im Hamburger Abendblatt vom 30. März 2020 über Dialog im Dunkeln habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie diese Einrichtungen ihr Überleben bewerkstelligen.

Es geht um wichtige soziale Einrichtungen, deren Sinn und Zweck nicht die Vermehrung ihres Kapitals ist. Sie können ihre vielfältigen Dienste nur durch Einnahmen von Eintrittsgeldern, Spenden und eventuell noch durch staatliche Fördermittel anbieten.

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Internet für Geflüchtete

Heute mit einem Beitrag von Dr. Carola Ensslen, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft für DIE LINKE, die mir freundlicherweise die Freigabe für diesen Text erteilt hat. Danke, Carola.

Von Dr. Carola Ensslen

Internet für Geflüchtete in Unterkünften: Kein Anschluss unter dieser Leitung!

Es ist eine Neverending Story: 2015 hieß es bei den Hamburger Grünen vollmundig, dass das WLAN für Flüchtlingsunterkünfte 2016 kommen solle. Was ist bislang passiert? Nicht viel. In zahlreichen Anfragen, zuletzt im April 2020 (Drs. 22/94), haben wir nachgefragt.

Das Resultat im Jahr 2020: Sehr dürftig. Lediglich vier weitere Einrichtungen hat fördern&wohnen seit Sommer 2019 zusätzlich mit WLAN-Hotspots ausgestattet. Dies kann man dieser Tabelle entnehmen. Der Senat rechtfertigt sich damit, dass es sich bei öffentlicher Unterbringung nur um eine kurzfristige (!) Notversorgung für Menschen ohne Obdach handele. Diese solle nun um eine WLAN-Versorgung ergänzt werden, indem an einem Ort je Unterkunft ein WLAN-Hotspot bereitgestellt werde, der ausschließlich zum Empfangen und Senden wichtiger Nachrichten gedacht sei. Dabei geht es auch anders, wenn man nur will. In der gleichen Zeit begann nämlich der Senat, sich um den Ausbau des Internets in der Innenstadt zu kümmern. Dort können wir inzwischen komfortabel surfen. Immerhin. Es bleibt zwar die Kritik, dass dies nur über die Registrierung bei einem privaten Anbieter läuft. Dennoch wäre es zumindest eine schnelle Lösung.

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Wie geht’s weiter?

In der letzten Woche sind nun tatsächlich 59 (!) der knapp 40.000 Geflüchteten aus Griechenland ausgeflogen worden, 12 Kinder und Jugendliche nach Luxemburg, 47 nach Deutschland. Das ist sehr gut für die 59 Betroffenen, aber worauf warten wir jetzt?

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) nennt die Situation in den griechischen Lagern unerträglich, beschreibt die Aufnahme der 47 unbegleiteten Minderjährigen als „europäische Solidarität mit Griechenland“. Ähnlich äußerten sich die EU-Kommissarin Ylva Johansson und Innenminister Horst Seehofer (CSU). Was für eine Solidarität soll das sein?

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Ankunft als Geflüchteter in Deutschland 2015

Während meiner Zeit in der Erstaufnahme „Wiesendamm 24“ in Hamburg, einer prekären Unterkunft von November 2015 bis Juni 2016, traf ich einen jungen Syrer, Baraa, bei Ankunft noch keine 18 Jahre alt. Er fiel mir in seiner ruhigen und intelligenten Art positiv auf und ich wusste, wenn er die Mühlen des deutschen Asylverfahrens und der Bürokratie übersteht, wird er seinen Weg gehen. Ich bin dankbar und sehr stolz, dass Baraa sich bereit erklärt hat, einen kurzen Text über seine Flucht aus Syrien und seine Ankunft in Hamburg zu schreiben, den ich hier veröffentliche. Vielen Dank, Baraa.

Von Baraa Alchikh Ali

Flucht aus Syrien, Ankunft in Hamburg

Alles fing an in der Nacht des Ramadans. Ramadan ist in Syrien genauso wie Weihnachten in Deutschland. Es hat immer etwas mit Liebe, Respekt, Geduld und die Zusammenarbeit zu tun. In dieser Nacht war das aber anders, denn das war die Nacht an der ich alles verlassen habe. Mein Zuhause, meine Familie und meine große Pläne.

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Waffenexporte: da geht noch was

Die Meldung ist zwar schon von Anfang März, trotzdem muss ich mich dieses Themas in Zusammenhang mit Flucht und Vertreibung annehmen. Was musste ich lesen: Im 5 Jahresvergleich 2015 – 2019 liegt Deutschland nur noch auf Platz 4 der Waffenexporteure, hinter den USA, Russland und Frankreich!

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